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7. Juni 2026

Patrick Bergmann

Euro-Office startet am 9. Juni: Europas Office-Alternative kommt zunächst nur im Browser

Der Wunsch nach mehr digitaler Unabhängigkeit von US-Konzernen wächst in Europa seit Jahren. Mit Euro-Office steht nun eine neue Office-Suite in den Startlöchern, die genau dort ansetzen will. Die quelloffene Alternative zu Microsoft 365 wird am 9. Juni in Version 1.0 veröffentlicht – für Mac-Nutzer gibt es zum Start allerdings einen kleinen Dämpfer.

Bündnis mehrerer europäischer Unternehmen

Hinter dem Projekt steht ein Bündnis europäischer Unternehmen und Organisationen, darunter IONOS und Nextcloud. Die erste Version erscheint öffentlich auf GitHub und soll weltweit kostenlos nutzbar sein. Zum Funktionsumfang gehören Anwendungen für Textdokumente, Tabellen, Präsentationen und PDF-Dateien. Die Bearbeitung erfolgt direkt im Browser, inklusive gemeinsamer Zusammenarbeit in Echtzeit.Euro-Office wird nicht als eigenständige Plattform aufgebaut, sondern eng mit bestehenden Lösungen verzahnt. So erscheint die Suite zeitgleich mit Nextcloud Hub 26 Spring und lässt sich dort als Alternative zu anderen Office-Lösungen integrieren. Auch Nutzer von IONOS Managed Nextcloud sollen die Software direkt nach Veröffentlichung einsetzen können.

Version 1.0 erscheint am 9. Juni auf GitHub

Am 9. Juni 2026 veröffentlichen die Macher die Version 1.0 von Euro-Office öffentlich auf GitHub. Hinter dem Vorhaben steht ein breites Bündnis europäischer Unternehmen und Organisationen, angeführt von IONOS und Nextcloud; mit an Bord sind unter anderem Eurostack, XWiki, OpenProject und OpenXchange sowie weitere Partner. Die Software bearbeitet Dokumente, Tabellen und Präsentationen direkt im Browser und setzt dabei auf Echtzeit-Zusammenarbeit. Laut den Beteiligten ist das Paket quelloffen und weltweit kostenlos nutzbar – das erklärte Ziel ist eine souveräne Lösung unter europäischer Kontrolle. Vorgestellt wurde das Projekt bereits Ende März in Berlin, eine Tech-Preview steht seither zum Ausprobieren bereit.

Mac-Nutzer müssen auf eine Desktop-App warten

Für Apple-Anwender ist primär diese  Einschränkung absolut relevant: Zum Start läuft Euro-Office ausschließlich im Browser. Wer die Software auf dem Mac nutzen möchte, benötigt lediglich Safari oder einen anderen aktuellen Browser. Eine native Anwendung für macOS ist zwar bereits geplant, einen konkreten Termin nennen die Entwickler bislang jedoch nicht. Gleiches gilt für eigenständige Desktop-Versionen unter Windows und Linux sowie für mobile Apps. Wer Wert auf eine lokal installierte und offline nutzbare Anwendung legt, muss sich daher noch gedulden.

Lizenzstreit sorgt für Diskussionen

Überschattet wird der bevorstehende Start von einem Konflikt mit OnlyOffice. Euro-Office basiert technisch auf einem Fork der bekannten Open-Source-Suite. OnlyOffice wirft den Verantwortlichen Verstöße gegen die AGPL-v3-Lizenz und unzureichende Urheberhinweise vor. Nextcloud weist diese Vorwürfe zurück und betont, dass Forks ein zentraler Bestandteil der Open-Source-Welt seien. Die rechtliche Grundlage sei transparent dokumentiert. Unterstützung erhält diese Position nach Angaben des Unternehmens unter anderem aus Teilen der Open-Source-Community. Trotz der Diskussionen dürfte Euro-Office auf großes Interesse stoßen. Eine kostenlose, quelloffene Office-Suite unter europäischer Kontrolle trifft den Zeitgeist. Ob das Projekt langfristig eine echte Alternative zu Microsoft Office wird, dürfte sich jedoch erst nach dem Start im produktiven Alltag zeigen – und auf dem Mac wohl erst dann, wenn die angekündigte Desktop-App verfügbar ist.

 

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